Sommerliches Säbelrasseln

Kim Jong-un möchte Nordkorea zur Atommacht aufrüsten und testet deshalb immer weiter: erstens neue Sprengköpfe und zweitens die Geduld anderer Atommächte. Kurden und Katalanen wollen jeweils einen eigenen Staat und veranstalten entsprechende Referenden. Der Jagd auf den IS folgt völlig übergangslos der Krieg gegen die Kurden, die von der irakischen und türkischen Armee in die Zange genommen werden.  „Sommerliches Säbelrasseln“ weiterlesen

Frühlingserwachen

An der Börse werden Hoffnungen gehandelt. Deshalb lässt sich die Stimmung der Anleger leicht an den Indizes ablesen: Überwiegt der Optimismus, steigen die Kurse. Der Blick auf die jüngsten Entwicklungen der internationalen Aktienindizes lässt vor diesem Hintergrund nur einen Schluss zu: Europa lebt! Trotz aller Schwarzmalerei und vielfältiger politischer Herausforderungen haben die europäischen Börsen zuletzt sogar besser abgeschnitten als die vom Trump-Optimismus getriebenen US-amerikanischen Aktienmärkte. Per 31. März lag der DAX mit 7,25% im Plus, der S&P 500 (USA) mit 4,42% und der MSCI World mit 4,88%. Damit war der DAX – gemeinsam mit dem Schweizer Börsenindex SMI – im internationalen Vergleich der absolute Spitzenreiter.

Markt-Fundamentalisten überzeugen

Die gute Nachricht: Die Marktteilnehmer scheinen sich endlich wieder auf die guten Fundamentaldaten der Weltwirtschaft zu konzentrieren. Und die sehen für Europa recht vielversprechend aus. Die Konjunkturindikatoren in der Eurozone deuten auf eine weitere Erholung der Wirtschaft hin, so dass der positive Trend des europäischen Aktienmarktes nicht nur von der günstigen KGV-Bewertung von durchschnittlich etwa 15 getragen wird, sondern auch von einem breiteren wirtschaftlichen Aufschwung. Etliche europäische Unternehmen haben mit ihren Bilanzen zuletzt positiv überrascht. Das starke Wachstum in Europa wirkt sich mittlerweile auch auf den Arbeitsmarkt aus. Betrug die Arbeitslosenquote im Februar 2016 noch 8,9%, so ist diese ein Jahr später auf 8% gefallen. Im Vergleich zu Deutschland ist die Zahl immer noch sehr hoch, doch der Trend stimmt, und die politisch eingeleiteten Maßnahmen scheinen zu fruchten.

Polit-Fundamentalisten im Abseits

Das Gespenst eines politischen Rechtsrucks in der Eurozone hat sich nach der österreichischen Präsidentenwahl und der niederländischen Parlaments-Wahl offenbar verflüchtigt. Und in Frankreich sieht man nach der ersten Runde im Rennen um die französische Präsidentschaft dem entscheidenden zweiten Wahlgang jetzt gelassener entgegen. Zwar bahnt sich dort gerade eine Revolution an. Sozialisten und Republikaner, deren Protagonisten in den vergangenen Jahrzehnten abwechselnd im Élysée-Palast regiert haben, wurden vom Wahlvolk diesmal abgestraft. Dass sich nun aber die rechtspopulistische Marine Le Pen in der Stichwahl gegen den parteilosen Emmanuel Macron durchsetzen wird, scheint aktuellen Prognosen zufolge so gut wie ausgeschlossen. Hoffen wir mal, dass die Prognosen in diesem Fall auch Recht behalten.

Keine Angst vor weiteren Zinsschritten in den USA

Selbst die Zinsschritte der US-Notenbank FED haben keinen negativen Einfluss auf die positive Grundstimmung an den Aktienmärkten. Und das, obwohl die Vergangenheit uns bei Zinserhöhungen ein vorsichtigeres Handeln lehrte. Doch diesmal scheint alles anders zu sein: Selbst die Andeutung weiterer Zinsschritte sorgt derzeit nicht zu panikartigen Abverkäufen an den internationalen Aktienmärkten. Vorsicht ist dennoch geboten, und zwar aufgrund der mittlerweile hohen Bewertung und der Outperformance von US-amerikanischen Aktien und Renten gegenüber Europa.

Unter dem Strich bleibt die Erkenntnis: Anleger haben im vergangenen Quartal vom freundlichen Umfeld an den Kapitalmärkten profitiert. Wie wir als Vermögensverwalter weiterhin durch eine bewusste Risikosteuerung und der Auswahl von geeigneten Investmentprodukten dafür Sorge tragen, dass sich die Frühlingsgefühle an der Börse auch nachhaltig in den Depots unserer Kunden bemerkbar machen, erfahren Sie in unserem aktuellen Marktbericht.

Europa: Blick über den Tellerrand

Die Niederlande haben gewählt. Und die Erleichterung ist groß – nicht nur bei unserem nordwestlichen Nachbarn, sondern in ganz Europa. Der Rechtspopulist Geert Wilders hat nur 13 Prozent der Wählerstimmen eingesammelt. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 80 Prozent. Das ist ein sehr, sehr positives Signal für Europas Demokratien und ein schlechtes für diejenigen, die mit Hetzparolen gegen Ausländer und Andersdenkende in den vergangenen Jahren auf Stimmenfang gegangen sind.

Die Niederlande haben gewählt und sich für Europa entschieden.
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Weckruf für Europas Demokratien

Die Verhinderung eines rechtsnationalen Präsidenten in Österreich im vergangenen Jahr und nun das Abwenden eines radikalen Rechtsschwenks in den Niederlanden sind zudem gute Vorboten für die kommende Präsidentschaftswahl in Frankreich, der natürlich viel größere Bedeutung zukommt. Noch schwebt die Angst vor noch mehr Protektionismus wie ein Damoklesschwert über den Märkten. Denn wer einmal über den Tellerrand schaut, weiß, dass niemand gewinnt, wenn jeder „mein Land zuerst“ schreit. Umso erstaunlicher ist es übrigens, dass sich die Populisten von Front National, AfD, Wilders´ PVV und andere Rechtsaußen Europas auf ihren Veranstaltungen demonstrativ in den Armen liegen und auch Trump dabei gerne als ihr Vorbild feiern. Was absurd ist: Würden sie tatsächlich die Möglichkeit bekommen, ihre markigen Parolen in die Tat umzusetzen, müssten sie alle schließlich gegeneinander und auch gegen die USA einen Wirtschaftskrieg führen.

Vielleicht denkt in Frankreich nicht Jeder so weit. Aber vielleicht zeigen auch die Franzosen den Nationalisten im Sommer die rote Karte. Das könnte nicht nur für Europas Demokraten, sondern langfristig auch für die Wirtschaft wie ein Befreiungsschlag wirken.

Ein offenes Europa als besondere Chance

Europa hat viel zu gewinnen. Vor allem im Wettstreit mit den USA. Aber auch im Verhältnis zu China und zu den Ländern im gesamten asiatisch-pazifischen Raum. Denn Trumps protektionistische Politik könnte, wenn er sie tatsächlich konsequent umsetzt, neue Spielräume für europäische Unternehmen öffnen. Nur, um einmal ein paar Beispiele zu nennen: Für große US-Unternehmen wie Apple oder Nike ist China mittlerweile der wichtigste Absatzmarkt, auch weil diese Unternehmen in China produzieren lassen. Trumps Idee, mit Hilfe von Strafsteuern auf chinesische Importe Arbeitsplätze in die USA zurückzuholen, greift hier entweder ins Leere oder sorgt für Reaktionen auf chinesischer Seite. Für Europa wäre dies eine Chance. Voraussetzung: Es bleibt weiterhin offen – im Geiste und im Sinne des freien Warenaustauschs.